Träume

Ich hatte einen Traum.

Nein, das stimmt nicht ganz. Es waren mehrere.

Als Kind wollte ich eine Weile lang Busfahrer werden, danach Archäologe. (Ja, Busse und Dinosaurier faszinierten mich als Kind)
Dann wurde ich älter und entdeckte die Schauspielerei. Ich verliebte mich sofort.
Mein großer Plan war von diesem Tag an, eine große und weltbekannte Schauspielerin zu werden. Berühmt wollte ich sein. Aber nicht nur des Geldes wegen, sondern auch, weil mein Herz für etwas zu schlagen begonnen hatte. Es war Leidenschaft!

Das alles wollte ich wirklich eine ganze Weile und auch heute denke ich noch manchmal daran, wie es wohl wäre, wenn ich nun fast täglich vor einem großen Publikum stehen würde. Stehen dürfte.
Es wäre eine Ehre.
Dabei bekomme ich Gänsehaut. Und aus diesem Grund spiele ich auch heute noch. Nicht wirklich professionell, aber doch so, dass es mir Spaß macht. Und darauf kommt es an.

Den Weg den ich gehen wollte, versperrten mir unter anderem meine Eltern. Sie führten mir vor Augen, wie schwierig es werden würde und wie wenig Geld ich damit hätte. Ihr könnt euch vorstellen wie wütend ich damals war.
Vielleicht war das auch der Grund, warum ich mich letztlich dazu entschied, Theaterwissenschaft zu studieren. Es hatte noch immer etwas mit dem großen Traum des Theaters zu tun und war gleichzeitig ein Studium. (Vielleicht sogar eine Rebellion, aber nur vielleicht)

Noch ein ganze Weile vor meinem Studium, entdeckte ich allerdings das Fernsehen und das Radio für mich. Es war zwar keine Bühne, aber dennoch eine Plattform, auf der man mich würde sehen können. Oder wenigstens hören. Also schlug ich diesen Weg ein. Knüpfte Kontakte, besuchte Seminare und vernetzte mich in jede nur erdenkliche Richtung, die mir vielleicht irgendwann einmal behilflich wäre.
Ich absolvierte Praktika. Eines davon sogar in Berlin beim bayerischen Rundfunk. Ich lernte Menschen kennen, die mir einmal den Weg ebnen würden, sobald ich mein Studium beendet hatte.
Ich hätte nur die Kontakte pflegen müssen… Was ich nicht tat.

Gestern war ich bei einem Meeting eines neuen Filmprojekts dabei. Es wird kein Kinofilm, kein Blockbuster, aber es wird die Menschen, die es sehen, hoffentlich bewegen.
Das ist das Ziel eines Freundes, der dieses Projekt ins Leben gerufen hat. Und während ich ihn nun sah, wie er voller Begeisterung von diesem Projekt, seinen Fortschritten und den nächsten Etappen berichtete, regte sich etwas in mir.
Ich fragte mich, wie schon so oft, warum ich die Kontakte zum Fernsehn und zum Radio hatte schleifen lassen. War ich nicht einmal genauso begeistert gewesen?

Und dann fand ich endlich die Antwort, nach der ich in den letzten Jahren immer wieder (wenn auch manchmal mit wenig Eifer) gesucht hatte.
Das war einfach nicht mein Weg.
Vielleicht wird er es irgendwann sein, aber jetzt nicht.
Zu viele Zwänge und Kämpfe warten dort. Das ist nicht, was ich will.

Als ich die strahlenden Augen und das breite Grinsen sah, das nicht mehr aus seinem Gesicht weichen wollte, wusste ich: Das will ich auch!
Ich will Kreativität! Ich will die Menschen mit dem bewegen, was ich schaffe!

Das ist mein Weg.

Was ist deiner?

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