Autorenwahnsinn #2 und #3

Letzte Woche ist der #Autorenwahnsinn bei mir leider ausgefallen.
Aber kein Problem – wir holen das nun einfach in einem doppelten Beitrag nach.

Die zweite Frage, die uns auf dem Schreibwahnsinn-Blog gestellt wurde, lautet:
Benutzt du Charakterbögen, um deine Charaktere zu entwickeln?

Jain.
Ich benutze keine vorgegebenen Charakterbögen oder etwas in der Art.

Das habe ich mal versucht. Nein, eigentlich mehrere Male,
aber ich bin immer wieder gescheitert, weil ich am Anfang einer jeden Geschichte ein Discovery Writer bin. Das bedeutet, ich habe selbst noch keine Ahnung, was in meiner Geschichte wirklich auf mich zukommt. Vielleicht habe ich eine Person vor Augen, oder eine leichte Ahnung einer neuen Welt. Vielleicht aber auch nur ein Gefühl. Und dann setze ich mich an den PC oder mein Netbook und tippe drauf los. Was dann passiert, weiß ich nicht. Darum sind meine ersten Kapitel meist noch nicht durchdacht. Aber sie helfen mir, in die Geschichte hinein zu
finden und eine richtige Story daraus zu machen. Natürlich klappt das nicht immer. Manchmal sind es auch nur kleine Bruchstücke, die keine weiteren Ideen zulassen, sondern einfach für sich stehen. Aber das ist nicht schlimm.
Erst im weiteren Verlauf fange ich an zu plotten. Dann habe ich die Idee und die Welt schon ein bisschen kennengelernt und kann anfangen damit zu arbeiten.

So auch mit den Charakteren. Ich lasse ihnen zunächst einmal freie Hand. Schreibe mir jedoch alles was wichtig sein könnte, auf. Übrigens noch ganz altmodisch auf einem Blatt. Früher hatte ich dafür ein Notizbuch, mittlerweile ist es ein Ordner, damit ich beschriebene Seiten, Bilder oder ähnliches ergänzen kann und ich trotzdem immer noch eine bestimmte Reihenfolge habe.

Die Antwort ist also tatsächlich Jain.
Ja – weil ich alle Eigenschaften und wichtige Daten aufschreibe und im weiteren Verlauf noch an den Charakteren arbeite, ohne an der Geschichte zu schreiben. So kann ich Unstimmigkeiten schneller erkennen. Gleichzeitig stehen Dinge wie Haarfarbe, Größe, Alter darauf, damit ich auch nach einer längeren Schreibpause noch weiß, was ich mir einmal ausgedacht habe.
Nein – weil ich keinen strikten Regeln folge. Ich habe keinen vorgedruckten Charakterbogen den ich ausfülle. Auch nicht, während ich an der Geschichte schreibe. Denn ich finde sie engen mich ein. So viele Felder die man ausfüllen muss.
Ist einfach nichts für mich.

Und wie versprochen, auch die dritte Frage :
Wann und wie hast du mit dem Schreiben angefangen?

Ich erinnere mich nicht mehr wirklich an den Anfang.

Ich weiß nur, dass ich damals in der achten Klasse (glaub ich) saß. Es war noch am Anfang des Schuljahres, als es mitten im Unterricht an die Tür klopfte. herein kam eine junge Frau, die gerade ihren Abschluss an unserer Schule gemacht hatte. Sie studiere jetzt… irgendetwas mit Büchern… und wolle an unserer Schule eine Schreib-AG gründen. Sie hatte mich schon bei dem Wort Bücher. Ich war eine totale Leseratte. Hatte Geschichten im Kopf. Aber bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer die kreativen Aufgaben in der Schule dafür genutzt. Oder sie waren eben nur in meinem Kopf passiert. Manchmal auch wenn ich mit Freunden gespielt habe.
Aber dieses Erlebnis, wie unserer AG-Leiterin Norsin in die Klasse kam und mir in Gedanken die Hand reichte, werde ich nie vergessen.

Es folgten viele schöne Jahre. Ich lernte Menschen kennen, die sich für das selbe begeisterten wie ich. Dabei kam es auch nicht auf das Alter an. Egal ob Jahrgang über mir oder unter mir, es gab Zeiten, da waren wir unzertrennlich. Es gab Zeiten, da versuchten wir einen Bestseller zu schreiben. Wir sind natürlich gnadenlos gescheitert. Die Geschichte war nicht schlecht, ohne Frage. Aber die Umsetzung hat letzten Endes nicht funktioniert. Wenn ich heute darauf zurück blicke, waren auch die Charaktere nicht wirklich… naja, lassen wir das. Es war schließlich unser erster Versuch einer langen Geschichte. Alles andere waren kleine Schnippsel. Einige von ihnen habe ich immer noch.

Dann kam das Abi, säter die Uni und ich verlor nicht nur meine liebste Kreativität, sondern auch die Menschen, mit denen ich so viele Jahre meines Lebens geteilt hatte. Wir gingen unserer Wege…

Es dauerte dann ganze 4 Jahre bis ich mich wieder traute etwas auf Papier zu bringen. Es war eines Nachts, als es mich packte. Ohne mist – ich wusste nicht wie mir geschah! Ich schrieb und schrieb und schrieb… Mitten in der Nacht konnte ich mich dann endlich losreißen. Die Augen waren mir immer wieder zugefallen. Das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich einen Roman schreiben will. Das war der Moment, in dem ich begriff, wie sehr mir das Schreiben gefehlt hatte.

Ich würde also gerne sagen, dass ich zwei Zeitpunkte hatte, zu denen ich das Schreiben begonnen habe. Der erste hat mich überhaupt dazu gebracht zu schreiben. Der zweite hingegen hat mein Leben verändert und mich in die Selbstständigkeit geschubst.

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